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„Audi gegen Mercedes“ so sieht seit einigen Jahren das schematische Duell in der Deutschen Tourenwagen Masters aus. Die Organisatoren suchen händeringend nach neuen Herstellern, die sich mit den beiden deutschen Herstellern messen wollen, um neuen Pepp in die aktuelle DTM hineinzubringen. Die Medien packen so schnell bei aufkommenden Gerüchten zu, dass der betreffende Hersteller sich schon fast davon überrumpelt fühlen mag. Die Modellstudie von Rover und Lexus waren sofort in den deutschen Medien zu sehen. Die Verantwortlichen wissen selbst, dass es der aktuellen DTM etwas an Farbe fehlt. Dieses Problem über Werke zu beheben ist gewiss kein leichtes Unterfangen. Seit Ende der 80er Jahre haben sie in der DTM weitestgehend das Zepter in der Hand und heutzutage haben Privatiers nahezu keine reelle Chance mit ambitionierten Konstruktionen erfolgreich zu starten.
Der absolute Gegensatz herrschte früher in der DTM, die damals, es war das Jahr 1984, noch „Deutsche Produktionswagen Meisterschaft“ hieß. Privatiers bestimmten das Bild mit ihren nach Gr. A Reglement aufgebauten Wagen. Im kollektiven Gedächtnis der Fans sind insbesondere Mercedes 190 Evo und BMW M3 hängen geblieben. Dabei fuhren zu Beginn noch ganz andere Fahrzeuge in der DTM (DPM). Wir haben einmal in die Listen geschaut und die interessantesten und exotischsten Wagen herausgesucht.
Da fuhr 1984 Axel Felder in einem BMW 528i beim Jim Clark Rennen 1984 mit. Gleichzeitig waren aus dem Hause BMW auch etliche BMW 635 CSI und auch die kleinen BMW 323i vertreten auf denen u.a. Roland Asch fuhr.
Der Ford Capri war in der Gr. 5 Version in der Deutschen Rennsport Meisterschaft zeitweise das Maß aller Dinge - zu Beginn der DPM spielte er leider nur eine Statisten Rolle. Während in der Auftaktsaison 1984 noch mehrere Ford Capri in der DPM fuhren, u.a. auch von Fred Räker, der später auch im Ruch-Motorsport Mustang 1992 startete, so waren die Capri 1985 nur noch sporadisch zu sehen und 1986 bereits ganz von der Bildfläche verschwunden. Auch auf den Ford Escort RS wurde zurückgegriffen. 1985 versuchten sich mehrere Fahrer und mit Beate Nodes auch eine Fahrerin mit dem kleineren Modell, aber der Ford XR4Ti stellte sich bald als vielversprechendere Waffe heraus.
Äußerst interessant, welche Wagen sich aus Fernost zu Beginn in der DPM herumtrieben. Da springt einem 1984 ein Fahrer R. Friedrich mit einem Mitsubishi Starion ins Auge, 1985 ein H. Behrens mit einem Nissan Silvia und 1986 versuchte ein gewisser R. Sazma mit einem Toyota Corolla beim Eifelrennen sein Glück. Er wurde als 27. und damit letzter im Ziel abgewunken. Einsam war der Einsatz des Dänen Peter Kristoffersen im Mazda RX7 – der erste und bis dato einzige Einsatz eines Mazda in der DPM.
Japanische Motoren heulten nur noch einmal 1989 in der DTM mit den Toyota Supra 3.0 auf. Philipp Müller fuhr 1989 beim Flugplatzrennen in Mainz-Finthen zeitweise auf Platz 2. Mehr Glanzpunkte konnten japanische Wagen nicht setzen, vielleicht noch nicht. Nobody knows.
Kommen wir nach Rüsselsheim zur Marke mit dem Blitz, die 1996 mit dem hochentwickelten Opel Calibra den ITC-Titel gewinnen konnte. Die Wegbereiter waren zu Beginn die Privatiers mit verschiedenen großen und kleinen Modellen. 1984 starteten Teilnehmer auf gleich vier verschiedenen Modellen in der DPM. Jürgen Fritsche mit einem Opel Kadett GTE, K.H. Schäfer und andere mit einem Opel Manta oder dem Manta GTE. Auch auf den Opel Ascona oder Opel Ascona B wurde zurückgegriffen, wie z.B. von W. Kaupp und H. Haag. 1984 und 1985 fuhren einige, auch eher glücklos, auf einem Opel Monza. Noch breiter wurde die Palette der in der DTM eingesetzten Opel-Modelle 1989 durch den Opel Kadett, ab 1990 durch den Opel Omega, ab 1993 durch den Opel Calibra und wer die Neuauflage in Form des Deutschen Tourenwagen Masters noch hinzuziehen will, der muss noch Opel Astra und Opel Vectra hinzuziehen. Das macht zusammen satte acht Opel Modelle die in der DPM/DTM/ITC/“DTM“ liefen. Man möge es uns verzeihen sollte uns bei der Untersuchung der Listen mögliche Fehler unterlaufen sein. Viele trockene Zahlen und Daten…
Der Volkswagenkonzern VAG; unter diesem Abschnitt fassen wir mal die Marken VW und Audi zusammen. Dass Audi werksseitig ab 1990 erfolgreich in der DTM fuhr muss nicht weiter erläutert werden. Interessanter sind die Aktivitäten der Privatiers zu Beginn. Das Audi 200 Debüt gegeben zu haben, darf sich Fredi Kottulinsky auf die Fahnen schreiben, so geschehen 1986 beim Flugplatzrennen in Mainz-Finthen. Matthias Arlt gebühren die Lorbeeren der erste Audi Fahrer in der DPM gewesen zu sein: 1984 auf einem Audi 80 GLE. VW Golf GTI und VW Scirocco finden sich dem hingegen in den Listen von 1984-1985 wieder.
Und was gab es sonst noch so interessantes neben den erfolgreichen Fahrzeugen der ersten Jahre, wie dem Rover Vitesse, dem Volvo 240 Turbo und dem BMW 635 CSI? Da finden wir z.B. auch einen Fiat Ritmo Abarth 130 TC, der heute noch von Auro Straffi bewegt wird. Da finden wir einen Alfa Romeo GTV6, den Chevrolet Camaro, den MG Metro Turbo und auch einen Mercedes Benz 380!
Zum Abschluss gehen wir noch mal auf das Auto mit der längsten Tradition ein und zwar der Ford Mustang. Ja es ist der Ford Mustang (Version III)! Von 1984 bis 1994 wurde in jeder Saison mindestens ein Ford Mustang eingesetzt. Zu Beginn noch mit berechtigten Siegchancen, Verkehrsflugzeugpilot Manfred Trint machte es mehrmals vor, gegen Ende jedoch mehr aus Überzeugung zum Modell Mustang, im Wissen gegen die Werke nur bedingt etwas anrichten zu können und viele Fans auf ihrer Seite zu haben, so die Herren Ruch und Feucht. 1994 lief die Homologation des Ford Mustang aus.
2010 ist diese Markenvielfalt auf magere zwei Marken in der DTM geschrumpft. Von privatem und semiprofessionellen Engagement weit und breit keine Spur. Nichts würde der heutigen DTM besser tun als Farbe und Vielfalt im Feld. Doch dazu müssen zunächst die Bedingungen geschaffen werden. Ob das so schnell gehen wird, das sei mal dahin gestellt.
Zumindest das Organisatorenteam des Tourenwagen-Revival versucht bewusst auch die Exoten zu locken und zu reaktivieren. Mit dem Rover Vitesse und dem Toyota Supra sind bereits jetzt zwei interessante Fahrzeuge gemeldet.
Der Autor dieser Zeilen sieht die Entwicklung von Deutsche Produktionswagen Meisterschaft, Deutsche Tourenwagen Meisterschaft, International Touringcar Championship und Deutsches Tourenwagen Masters als einen zusammenhängenden Strang.